Warum M & M in der Erziehung so fatal sind

Im Familienalltag verwenden wir Erwachsenen gerne immer wieder die gleichen Wörter. Manche davon stärken und unterstützen unsere Kinder. Manch andere jedoch schwächen und beeinflussen unsere Kinder (und uns!) eher negativ.

Zwei dieser schwächenden Worte sind „MAN“ & „MUSS“

 

Mit dem kleinen Wörtchen „MAN“

können gerade kleine Kinder sehr wenig bis gar nichts anfangen. Selbst bei Schulkindern hat die persönliche Ansprache mit einen „ICH“ weit größeren Effekt als das unpersönliche „MAN“.

Kinder folgen Menschen und persönlich auftretenden und authentischen Erwachsenen noch viel mehr.

Wer ist hier man?
„Man geht im Winter nicht ohne Jacke raus.“
„Man darf nicht die Wände anmalen.“
„Das Buch kann man doch nicht einfach in die Ecke werfen!“
„Als große Schwester haut man den kleinen Bruder nicht!“ (Natürlich auch umgekehrt)

Kinder wollen mit den Erwachsenen zusammenarbeiten und kooperieren. Bei solch unpersönlichen Aussagen wissen die Kinder jedoch oft nicht, ob sie gemeint sind, was genau damit gemeint ist und was sie nun eigentlich tun sollen. Sie sind irritiert und brauchen noch mal etwas länger als sonst mit der Reaktion. Was wiederum die Erwachsenen oft nervt.

Wie viel einfacher, klarer und sinnvoller ist es da, wenn wir persönlich sagen, was wir wollen:

„Ich will, dass du deine Jacke anziehst.“
„Ich will nicht, dass du die Wände anmalst.“
„Ich will, dass das Buch unversehrt bleibt. Leg es bitte hier hin.“
„Ich will nicht, dass du deinen Bruder haust. Ich weiß, du hast einen Grund dafür.“
(Und dann über die Bedürfnisse und die Nöte des größeren Kindes sprechen)

Das heißt nicht, dass Kinder nun immer und in jeder Situation, das tun, was Erwachsene wollen. Es erhöht die Wahrscheinlichkeit jedoch ungemein.

 

Mit dem Wörtchen „MUSS“

setzen wir uns selbst und unser Gegenüber sehr unter Druck. Die meisten Menschen (ob groß oder klein) reagieren auf dieses Wort mit Ausschüttung von Stresshormonen.

„Du musst noch aufräumen“
„Du musst noch die Hausaufgaben machen“
„Ich muss noch einkaufen gehen“
„Du musst doch verstehen, dass das so nicht geht.“

Auch hier hilft die persönliche Aussage unter Vermeidung von muss:

„Ich will, dass du hier aufräumst.“
„Hast du deine Hausaufgaben erledigt? Wenn nein, wann willst du sie machen?“
„Ich werde / will noch einkaufen gehen.“
„Es stört mich, was du getan hast. Kannst du das verstehen?“

Für beide gilt: Je persönlicher und klarer wir uns ausdrücken, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass unser Gegenüber und hier gerade die Kinder, verstehen, wie es uns gerade geht und was wir wollen.

Ich lade Sie herzlich ein, in den nächsten Tagen und Wochen einmal wahrzunehmen,
wie oft Sie die M&Ms verwenden und auszuprobieren, wie Sie sie vermeiden können.

Das mag am Anfang vielleicht schwierig erscheinen, ja, das glaube ich gerne.

Doch bleiben Sie dran! Es lohnt sich!

 

Ich wünsche Ihnen eine freudvolle und spannende Zeit und ganz viel Erfolg bei der Umstellung

 

Herzliche Grüße

 Cornelia Lupprian

 

Es wird immer wieder Neues, Spannendes, Inspirierendes oder auch Amüsantes geben.
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Ich freue mich auf Sie und darauf, Sie zu beraten und zu begleiten.

 

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