Kinderstreit Teil 2 – Falsche Frage

FamilienAlltag leben

Deine falsche Frage = getrübte Beziehung

Wie deine falsche Frage das Streiten deiner Kinder beeinflusst

Teil 2 der Reihe zum Kinderstreit

Eine Geschichte aus dem Alltag von Lina

Lina sitzt an ihrem Schreibtisch und will gerade mit einer Aufgabe anfangen, als laute, aggressive und beleidigende Wortfetzen durchs Haus wehen. Sie hört, dass ihre beiden großen Kinder streiten – wie so oft in letzter Zeit.

 

Sie kann sich gut vorstellen, wie die beiden voreinander stehen, mit wutentbrannter Miene und erhobenen Armen, bereit den jeweils anderen zu schubsen oder zu schlagen.

 

Der 11-jährige Jonas war bis vor ca. 2 Jahren so gut wie immer überlegen, weil seine jüngere Schwester Rike (7) ihm einfach kein richtiges Kontra geben konnte. Inzwischen werden die Streitigkeiten nahezu ebenbürtig ausgetragen, was sie aber auch immer aggressiver und heftiger werden lassen.

 

Lina überlegt: „Geh ich hin und greife ein?“

 

In diesem Blogartikel will ich dir ein paar Gedanken mitgeben, über die ich auch mit Lina in unserer Arbeit gesprochen habe. Und die ihr geholfen haben, ihre Einstellung zu den Streitigkeiten zu überdenken und sich ihre persönliche Sicherheit im Umgang damit aufzubauen.

 

Egal ob im Zusammensein mit Geschwistern oder mit Freunden, sobald mehrere Kinder zusammen sind, entstehen Konflikte. Aus Konflikten entstehen diese Streitereien, die Eltern dazu bewegen, eingreifen zu wollen. Denn Kinder streiten laut, aggressiv und manchmal mit körperlichem Einsatz.

Die am häufigsten im Zusammenhang mit Kinderstreitigkeiten gestellte Frage ist:

 

“Wie schaffe ich es, dass die Kinder friedlicher und harmonisch miteinander umgehen?”

Das ist eine irreführende und problematische Fragestellung!

Die du dringend ändern solltest.

Die Konflikte, die deine Kinder haben, sind wichtig und notwendig.

Ich verstehe, dass es manchmal (oder auch öfter) kaum auszuhalten ist. Oder dass die Aggression, die dann auftaucht, dich erschreckt und du dich fragst, wohin das noch führen soll.

Die Alternative zum Streiten ist allerdings viel fataler.

Wenn deine Kinder nicht auf ihre Art und Weise streiten können, belastet das die Beziehung der Kinder untereinander.

 

Nehmen wir mal folgendes an:

Zwei deiner Kinder haben einen Konflikt wie die Kinder von Lina sie in der Geschichte oben auch austragen – sie sind sich zum Beispiel über etwas nicht einig oder wollen beide, dass das jeweils andere Kind etwas tut, unterlässt oder hergibt.

Die Kinder lösen den Konflikt nicht, sondern werden immer lauter und aggressiver.

Das ruft dich dann auf den Plan. Du bemerkst den Streit und willst, dass deine Kinder den Konflikt friedlich und respektvoll lösen.

Also gehst du dazwischen. Du erklärst den beiden, dass es unangebracht ist, sich so laut zu streiten. Und dass es doch eine friedliche Lösung gibt. Du gibst ihnen diese Lösung, mit der sie beide zufrieden sein sollten.

Jetzt gibt es zwei Alternativen, wie es weitergeht

 

1. Die Kinder werden tatsächlich ruhiger

Die Kinder hören auf, sich lautstark zu streiten. Sie übernehmen deine Lösung des Konfliktes. Alles scheint ruhig und friedlich zu sein.

Doch ist es das wirklich?

Wie geht es den Kindern ganz tief drinnen?
Haben sie tatsächlich gestritten, um eine Lösung zu bekommen, die nicht ihre eigene ist?

Der eigentliche Konflikt bleibt vermutlich ungelöst und unterschwellig vorhanden. Die von dir erzwungene Freundlichkeit und Friedlichkeit sind nur vordergründig.

In den Kindern brennt es weiter und das vergiftet nach und nach die Beziehung unter den Kindern – und den gesamten Alltag.

Es kommt dazu, dass die Kinder sich vorher versichern, dass kein Elternteil den Streit mitbekommen kann und lernen so, wie wichtig das Verstecken von Aggression ist.

Oder schlimmstenfalls streiten die Kinder nicht mehr offen, sondern unterschwellig durch Sticheleien, passiv aggressive Reaktionen oder verletzende Hänseleien.

So etwas wie: „Du bist so dumm, das lernst du doch eh nie.“ Oder „Was willst du kleine Ratte schon von mir?“ oder „Dein Hirn ist so klein wie eine Erdnuss und wird bestimmt nie größer“ oder „Nein, du darfst nicht mit mir spielen, ich will, dass du ganz weit weggehst.“

Kennst du solche Äußerungen, die dich dann auch wieder erschrecken, weil sie gefühlt aus dem Nirgendwo auftauchen und du dir diese kurze kleine Aggression gar nicht erklären kannst?

Jetzt weißt du, woher es (zum Beispiel) kommen kann.

 

2. Die Kinder sind weiter aggressiv

Sie piesacken sich weiter gegenseitig oder gehen sogar auf dich los.

Der zugrunde liegende Konflikt ist so wichtig oder die Gefühlslage der Kinder so intensiv, dass sie nicht auf Kommando aufhören können.

Dann sind auf einmal 3 Menschen wütend. Deine Kinder und du.

Meist werden die Erwachsenen in diesem Stadium der Situation wütend, weil sie hilflos sind und nicht mehr weiterwissen, wie sie den Kindern beibringen können, dass Konflikte bitte ruhig und friedlich gelöst werden sollten.

Und auch hier stellt sich die Frage: Wie geht es den Kindern ganz tief im Inneren?

Das heftige Gefühl von Wut muss raus. Das wissen Kinder instinktiv und handeln danach.

Und dann nehmen sie wahr, dass du als Elternteil unsicher und auch noch mit ihnen unzufrieden bist.

Was löst das in den Kindern aus? Natürlich ebenfalls Unsicherheit.

Diesen Aspekt habe ich in Teil 1 ausführlich aufgezeigt; schau mal hier: Kinderstreit Teil 1 – Warum du mit deiner Unsicherheit die Aggression deiner Kinder noch förderst

Du reagierst deine Unsicherheit durch Wut aus, was also tun deine Kinder?

Genau – sie bleiben in ihrer Wut und steigern sie vielleicht sogar noch.

Nur du kannst aus dieser Spirale aussteigen.

 

Nur du kannst für eine klare und reine Beziehung zwischen den Geschwistern sorgen.

Und wie geht das?

Indem du die Ursprungsfrage veränderst:

Weg von: „Wie schaffe ich es, dass meine Kinder friedlich und harmonisch miteinander umgehen?“

Deine Erwartungen, die in dem Wunsch verborgen sind:

Du stellst dir vor und wünschst dir so sehr, dass deine Kinder nicht mehr oder sehr viel „friedlicher und harmonischer“ miteinander umgehen und streiten => du setzt deine Kinder unter Druck, deinen Vorstellungen und Erwartungen zu entsprechen. Dagegen wehren sie sich.

 

Hin zu: „Wie kann ich mit den Streitereien der Kinder gleichwürdig umgehen – so, dass es allen damit gut geht?“

Mit dieser veränderten Frage als ersten und wichtigsten Schritt kannst du dich viel sinnvoller und glaubwürdiger auf den Weg machen, eine ganz persönliche Antwort auf diese Frage zu finden.

Du hast eine Einstellung und einen individuellen Plan, wie du gleichwürdig und liebevoll mit den Streitigkeiten deiner Kinder umgehen kannst => deine Kinder können eine Menge positiver Erkenntnisse fürs Leben lernen und durch deine Klarheit eine klare Geschwisterbeziehung leben.

 

Die nächsten Fragen sind dann meist:

“Wann soll ich dann eingreifen und wie?”

„Was soll ich tun, wenn ein Kind das andere haut (beißt, schubst, etc.)?“

„Soll ich die Kinder dann einfach immer streiten lassen?

„Wie lernen sie, wie Streiten richtig geht?

 

 

Wie geht Lina damit um?

Lina wartet also ab und geht erst dazwischen, wenn eines der Kinder das vereinbarte Hilfewort ruft.

 

Sie hat übrigens mit meiner Hilfe ebenfalls ihre Urspungsfrage verändert, viele Aspekte und Impulse im Alltag ausprobiert und nach und nach einen Umgang mit den Streitigkeiten ihrer Kinder gefunden.

 

Es hat ein wenig gedauert und so zwischendurch in ihrem eigenen Lernprozess war es manchmal frustierend und nervig. Inzwischen jedoch kann sie ganz entspannt und liebevoll bleiben. Die Konflikte nehmen nicht mehr so viel Raum ein wie früher.

Das kannst du auch.

 

Zwei weitere Aspekte erfährst du in den anderen Blogartikeln

Aspekt 1 – Warum du mit deiner Unsicherheit die Aggression deiner Kinder noch befeuerst

– > schau mal in diesem Blogartikel: Die Wut deiner Kinder und deine Unsicherheit

Aspekt 3 – Warum du bei einem Streit deiner Kinder auf das Beschützen verzichten solltest:

-> erkläre ich dir in diesem Blogartikel: Beschützen = Schaden

 

Herzliche Grüße

Cornelia Lupprian
Die Elternlotsin

 

 

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit:
Spritztour gleichwürdige Sprache

In dieser Spritztour

  • … bekommst du einen Einblick in die gleichwürdige Sprache und übst sie direkt in deinem Familienalltag
  • … zeige ich dir die kleinen Veränderungen in deiner Sprache auf, die für dein Kind die Welt bedeuten.
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  • … erfährst du ausführlich den Unterschied zwischen den verschiedenen Elternsprachen (sozial, willkürlich und persönlich)

Willst du dabei sein?
Willst du erfahren, was du ändern kannst, damit du nicht ständig mit deinem Kind alles ausdiskutieren musst?

 

Melde dich gleich an und nutze die postive Kraft einer gleichwürdigen und persönlichen Sprache!
Cornelia Lupprian
Die Elternlotsin

Ich lotse dich durch dein FamilienAlltagsChaos

Weg von Unsicherheit, Überforderung und Frust

Hin zu Gleichwürdigkeit, Klarheit und Gelassenheit

Mein großer Herzenswunsch ist es, Familien zu helfen, wieder Lebensfreude und Leichtigkeit im Alltag zu erleben.
Mein Wissen aus den Aus- und Weiterbildungen wird ergänzt durch viele Jahre Erfahrung als Familienberaterin und Mutter.

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