“Nein” – gleichwürdig annehmen

FamilienAlltag leben | Signale setzen | Sprache in der Erziehung

Das „Nein“ deines Kindes

Wie du das Nein deines Kindes gleichwürdig annehmen kannst

 

Ein kleiner Gedankenspaziergang

Stell dir vor du bist in einem Büro angestellt und dein Chef verlangt am Freitag von dir, dass du bis Montagmorgen wichtige Unterlagen vorbereitest.

 

Variante 1:

Du weißt genau, dass du auf keinen Fall Nein sagen darfst und kannst.

  1. a) Das gibt einen Riesenärger. Dein Chef wird dich anbrüllen, noch mehr Arbeit verlangen und dich evtl. einige Zeit böse ansehen.
  2. b) Oder er wird dich mit zuckersüßen Worten überschütten, damit du ihm zustimmst, dass das doch wohl völlig in Ordnung ist.

Du weißt, du musst es tun, ob es dir gefällt oder nicht.

Wie geht es dir damit?

 Variante 2:

Du weißt genau, dass du jederzeit Nein sagen darfst.

Dein Chef nimmt dich und dein Nein ernst und spricht mit dir über Alternativen. Es kann gut sein, dass es keine gibt und du tatsächlich übers Wochenende arbeiten musst.

Du wirst also am Wochenende arbeiten – nur wie?
In welcher Variante wird es dir besser gehen?

Welche Variante willst du für dich?

Nur wer “Nein” sagen darf, kann und will auch mit ganzem Herzen “Ja” sagen. ❤️

Fühlt es sich nicht viel besser an, wenn du hörst und spürst, dass dein Chef nicht willkürlich über dich und dein “Nein” entscheidet. Sondern dass du als Mensch ihm wichtig bist und er bereit ist, nach einer Alternative zu schauen. Und selbst, wenn es keine gibt – du weißt, dass dein Chef dich respektiert.

 

Wie ist das dann in der Erziehung?

Es geht nicht darum, dass du jedem Nein deines Kindes folgst oder deinem Kind jeden Wunsch erfüllst – überhaupt nicht.

Es geht nur darum, dass du das Nein respektierst.

Ein Beispiel aus dem FamilienAlltagsChaos

Mama will mit ihrer Tochter Lisa (4) nach draußen auf den Spielplatz gehen und spricht ihre Tochter an. “Lisa, wollen wir auf den Spielplatz gehen?”

Die spontane Reaktion von Lisa ist “Nein, will nicht.” Sie spielt weiter mit ihren Puppen.

Mama hatte es sich so schön vorgestellt und sagt: “Aber du gehst doch so gerne auf den Spielplatz, da sind bestimmt auch Marie und Leonie. Willst du gar nicht mit denen spielen?”

“Doch, will ich” antwortet Lisa.

“Na also”, denkt und sagt die Mama und will Lisa anziehen. Doch die beginnt sich zu weigern.

Lisa weigert sich nicht wirklich gegen das Anziehen, sondern gegen das unbestimmte Gefühl, manipuliert worden zu sein, gegen das Gefühl, zu etwas überredet oder gezwungen zu werden.

 Eine gleichwürdige Alternative ist:

Mama will mit ihrer Tochter Lisa (4) nach draußen auf den Spielplatz gehen und spricht ihre Tochter an: “Ich möchte gerne etwas raus, vielleicht auf den Spielplatz. Was ist mir dir? Was willst du machen?”

Lisa antwortet: “Will fertig spielen”

Auf Mamas Nachfrage, was mit den Puppen noch zu tun sei, erklärt Lisa das und sagt: “Dann können wir gehen.” Es ist überschaubar und die beiden gehen nach 20 Minuten gemeinsam raus.

Mir ist völlig bewusst, dass es nicht immer möglich ist, zu warten. Wenn die Mutter zum Beispiel zur Post will, um ein Paket abzugeben und die Filiale schließt in 30 Minuten, dann kann sie nicht so lange warten.

Die gleichwürdige Ansprache kann dann so aussehen:

“Lisa, ich will jetzt zur Post. Zieh dir bitte Schuhe und Jacke an.” (Klare Aussage, keine Frage und keine Erklärung)

“Nein, ich will nicht.” antwortet Lisa.

“Ok, du willst nicht mitkommen. Ich muss dringend los. Kannst du mir sagen, was du tun willst?”

Lisa: “Ich will weiter Puppen spielen!”

Mama: “Das verstehe ich, du willst dein Spiel nicht unterbrechen. Es ist ok, dass du nicht willst. Hm, andererseits ist es für mich wichtig, dass ich jetzt dahin gehe. Was machen wir denn da?” Die Mutter überlegt für sich nach einer Lösung.

(Manchmal kommen dann auch die Kinder übrigens auf eine Lösung, die den Erwachsenen nicht einfällt.)

Dadurch, dass die Mutter ihr Nein erstmal akzeptiert und tatsächlich ehrlich über eine Lösung nachdenkt und nachfragt, sorgt dafür, dass Lisa das Gefühl hat, ernst genommen zu werden.

 

Wenn also die Mutter dann sagt:

“Ok, ich verstehe, dass du weiterspielen willst. Ich will dich nicht hierlassen und muss jetzt losgehen. Du kommst mit und kannst dir beim Anziehen überlegen, was du mitnehmen willst, um weiter zu spielen. Fällt dir schon etwas ein?” ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Lisa ohne großen Ärger mitkommt.

Kannst du dir nun vorstellen, wie viele Machtkämpfe, Wutanfälle und Verweigerungen du das Nein deines Kindes erstmal akzeptierst?

Probiere es aus – das lohnt sich immer.

 

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Cornelia Lupprian
Die Elternlotsin

Ich lotse dich durch dein FamilienAlltagsChaos

Weg von Unsicherheit, Überforderung und Frust

Hin zu Gleichwürdigkeit, Klarheit und Gelassenheit

Mein großer Herzenswunsch ist es, Familien zu helfen, wieder Lebensfreude und Leichtigkeit im Alltag zu erleben.
Mein Wissen aus den Aus- und Weiterbildungen wird ergänzt durch viele Jahre Erfahrung als Familienberaterin und Mutter.

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