Problemgespräche mit Betreuungspersonen

FamilienAlltag leben

Problemgespräche mit Betreuungspersonen

Wie du gleichwürdige Gespräche führen kannst, auch wenn das Thema schwierig ist

Eine Geschichte aus dem Alltag von Lina

Lina beendet das Telefonat mit dem Lehrer von Jonas und seufzt laut auf. Gerade hat sie erfahren, dass der Lehrer mit ihr persönlich sprechen möchte, weil ihr 11-jähriger in der Schule immer wieder „auffällig, respektlos und anmaßend“ sei. Das Beispiel, das der Lehrer brachte, klingt tatsächlich ziemlich heftig.
Ein Gefühl von Unbehagen breitet sich in ihr aus. Das wird bestimmt unangenehm.
Was soll sie tun, wenn der Lehrer von ihr fordert, dass sie Jonas dafür bestraft oder dass sie dafür sorgt, dass er sich zukünftig anders verhält?
Das will und kann sie beides nicht. Doch andererseits ist es doch wichtig, dass sich ihr Sohn anständig benimmt? Wie wird der Lehrer reagieren, wenn sie sich weigert? Oder sollte sie doch mal Ihren Sohn „ins Gebet nehmen“ (wie ihre eigene Mutter immer gesagt hatte)?

Kennst du solche oder ähnliche Gedanken?

Löst der Gedanke an ein Gespräch auf Einladung des Lehrer deines Kindes mit der Kritik an deinem Kind unangenehme Gefühle aus?

Hast du Bammel davor, eine Betreuungsperson darauf aufmerksam zu machen, dass du mit deren Handlungsweisen nicht einverstanden ist?

Das kann ich gut verstehen und es geht vielen Eltern so. Darum will ich dir gerne meine Tipps für Lina in Kurzfassung mitgeben. Wir haben damals tatsächlich ausführlich alle Aspekte besprochen.

Bei der Erinnerung an die Worte ihrer Mutter fielen ihr diese Gespräche mit mir wieder ein und sie entwickelte einen Plan, wie sie mit der Situation gleichwürdig und entspannt umgehen kann.

Dieser Plan besteht aus zwei Teilen.

Zuerst spricht sie ausführlich mit Jonas darüber, um auch seine Sicht zu kennen.

Und für das Gespräch an sich wappnete sie sich, in dem sie meine Anregungen beherzigte.

Die Vorbereitung auf das Gespräch

Im folgenden Text nutze ich das Wort Betreuungsperson und meine damit alle Personen, die dein Kind professionell betreuen – im Kindergarten, Schule, Nachhilfe, Sportverein etc.

Im Laufe der Jahre wirst du immer wieder mit den Betreuungspersonen deines Kindes sprechen müssen und wollen.
Die meisten Gespräche betreffen kleine Alltäglichkeiten (besonders noch im Kindergarten). Manchmal im Kindergarten und besonders in der Schule jedoch gibt es auch schwierige Gespräche. Schwierig, weil es um ein Thema geht, das als belastend empfunden wird oder weil es menschlich nicht passt.
Es kann sein, dass es wie bei Lina eine negative Rückmeldung aus Kindergarten und Schule zum Verhalten deines Kindes gibt. Oder vielleicht bist du mit bestimmten Handlungen der Betreuungsperson nicht einverstanden.

Die Art, wie du mit der Betreuungsperson sprichst, kann große Auswirkungen haben – auf die Atmosphäre und die Wirkung dieses Gespräches und auch auf die Beziehungen.
Zum einen auf das Verhältnis zwischen dir und dem Lehrer. Das ist meist noch zu verkraften, da ihr ja nicht ständig miteinander zu tun habt.
Zum anderen jedoch auch auf die Beziehung und das tägliche Miteinander deines Kindes mit der Betreuungsperson (besonders natürlich Erzieherinnen und Lehrer). Denn diese Personen sind wichtige Bezugspersonen und haben einen erheblichen Einfluss auf das Wohlgefühl deines Kindes.

Das bedeutet nun natürlich nicht, dass du schwierige und wichtige Themen nicht ansprechen darfst oder du deine Meinung zu Forderungen der Betreuungsperson verschweigen sollst.

Selbstverständlich stehst du auch in einem schwierigen Gespräch zu deiner Einstellung und zu deinen Erziehungsstrategien, auch wenn sie für andere nicht nachvollziehbar sind.

Für dich nun drei wertvolle Tipps für schwierige Gespräche mit Betreuungspersonen, die auch Lina geholfen haben:

 

 

Tipp Nr 1:  Mach dir bewusst, mit welcher Einstellung du in das Gespräch gehst.

Wie siehst du die Betreuungsperson? Negativ, weil sie dein Kind kritisiert bzw. etwas tut, was du nicht willst?

Du kannst jederzeit das Verhalten, die Forderungen und die Äußerungen dieser Person ablehnen und zurückweisen, wenn du damit nicht einverstanden bist.

Doch kannst du die Person dahinter als das sehen, was sie ist? Ein Mensch, der bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten hat und für dein Kind eine wichtige Bezugsperson ist. Ein Mensch, der dein Kind betreut und ebenfalls das Beste für es will.

Bring diesem Menschen den Respekt, die Achtung und Wertschätzung entgegen, die du dir auch für dich und dein Kind wünschst.

Sprich am besten immer von Mensch zu Mensch und damit von Herz zu Herz mit diesem Menschen. Hole im Gespräch immer wieder den Gedanken daran hervor, dass diese Betreuungsperson vor dir auch nur ein Mensch ist – mit Fehlern, Ängsten, Träumen, Gefühlen und Bedürfnissen.
Und nochmal, das bedeutet nicht, dass du faule Kompromisse eingehst, sondern nur, dass du den Menschen achtest.

Glaub mir, der Mensch vor dir wird das spüren und sich vermutlich ebenfalls daranhalten.

 

Tipp Nr. 2: Bereite dich gut vor

Nimm dir im Vorfeld etwas Zeit und überlege dir, was dir wirklich wichtig ist in diesem Gespräch.

  • Welche Punkte willst du unbedingt ansprechen? Was wäre gut, kann aber evtl. wegfallen?
  • Was könnte es für Forderungen oder Reaktionen der Betreuungsperson geben?
  • Wie willst du darauf reagieren?
  • Wie willst du tun, wenn etwas passiert, mit dem du nicht gerechnet hast?
  • Mit welchen Worten kannst du dann evtl. das Gespräch gleichwürdig und wertschätzen beenden. (Diese Worte werden dir in der Situation wahrscheinlich nicht einfallen; darum überleg sie dir vorher schon mal.)
  • Und was ist dein Ziel und deine Motivation in diesem Gespräch?
Tipp Nr. 3; Bleibe im Gespräch immer bei dir.

Natürlich hörst du aufmerksam zu und versuchst das Thema und den Inhalt zu verstehen.
Vielleicht löst das Gefühle aus in dir, Wut, Frust, Traurigkeit oder auch Ängste. Das ist ok.
Versuche trotzdem alle Vorwürfe zu vermeiden und erzähle, was du denkst, fühlst und dir für dein Kind wünschst.

Mach dir bitte bewusst, dass die Betreuungsperson für ihr Verhalten auch immer einen Grund hat (und aus ihrer Sicht einen guten) – und dass dieser Mensch ein Recht auf eine eigene Meinung hat, genau wie du.
Und mach dir ebenfalls immer wieder bewusst, dass ihr beide (Du und die Betreuungsperson) ein sehr wichtiges, gemeinsames Ziel habt – das Wohlergehen deines Kindes.

 

Fazit:

Die Beachtung dieser 3 Tipps ist keine Garantie für eine Lösung, aber eine wunderbare Grundlage für ein gleichwürdiges Gespräch.
Und die Voraussetzung für eine ruhige Gelassenheit und Sicherheit in dir. Du brauchst dir nie wieder Gedanken machen, was jemand von dir denkt oder ob du eine gute Mutter/Vater bist.

Was hat Lina getan und wie ist es weitergegangen ?

Lina hat sich auch gut vorbereitet und hat sich einige Notizen mitgenommen, die sie im Gespräch ergänzt hat. Ihre Einstellung zum Lehrer hatte sich schon früher nach einem Gespräch mit mir verändert und sie ist inzwischen in der Lage, jedem Menschen mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen, auch wenn sie mit dem Verhalten dieses Menschen nicht einverstanden ist.
Die Erinnerung an die Bemerkung ihrer Mutter machte ihr klar, dass sie tief in sich immer noch die Einstellung ihrer Mutter zur Schule wiederfinden kann. Ihre Mutter meint immer, dass der Lehrer ja eine Autoritätsperson sei und das Kind sich auf jeden Fall „zu benehmen“ hat.
Doch heute ist sie in der Lage zu ihrer eigenen und durchaus völlig anderen Einstellung zu stehen.
Das Gespräch verlief richtig gut und mit einem für sie akzeptablen Ergebnis. Der Lehrer hat eingestanden, vielleicht etwas überreagiert zu haben und sie hat sich vorgenommen, mit Jonas ganz in Ruhe nochmal über die Ereignisse zu sprechen.

Und nun zu dir.

🎈 Wie sind deine Gedanken bei einem Gespräch mit einer Betreuungsperson?

🎈 Wie sind deine Erfahrungen mit meinen Tipps?

Schreib mir in den Kommentaren. Ich freue mich darauf.

Herzliche Grüße

Cornelia Lupprian
Die Elternlotsin

 

 

Cornelia Lupprian
Die Elternlotsin

Ich lotse dich durch dein FamilienAlltagsChaos

Weg von Unsicherheit, Überforderung und Frust

Hin zu Gleichwürdigkeit, Klarheit und Gelassenheit

Mein großer Herzenswunsch ist es, Familien zu helfen, wieder Lebensfreude und Leichtigkeit im Alltag zu erleben.
Mein Wissen aus den Aus- und Weiterbildungen wird ergänzt durch viele Jahre Erfahrung als Familienberaterin und Mutter.

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